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7. Januar 2008

Unter die Haut (2) - Die Textverarbeitung

Also gut.
Reden wir über Textverarbeitung.
Boy oh, Boy. Textverarbeitung.
Das Wort allein lässt mich an einen Schlachthof und Hackfleisch denken. Und der größte Verarbeiter auf dem Gebiet des Textes ist natürlich Microsoft Word.
Hassen Sie nicht Word manchmal auch? Wie habe ich dieses Programm schon verflucht. Es lässt mich immer an Hesse denken:

»Jahrelang in gläubiger Priesterschaft
Lebte ich Dir, nannte Dich Herr und Gott [?]
Dennoch hast Du, der meinen Feinden schmeichelt,
Niemals mir einen einzigen Traum,
Eine einzige Bitte erfüllt!«

Word ist nicht für Autoren konstruiert worden, sondern für Erbsenzähler. Für verschüchterte Eierköpfe die die Kreativität hassen und diejenigen die diese besitzen noch abgrundtiefer hassen. Sie hassen diese Kreativen die versuchen aus einem Computer mehr herauszuholen als Berichte und Tabellen.
Sie hassen sie dafür, dass SIE letzten Endes das Mädchen kriegen und mit ihr in den Sonnenuntergang reiten.

Na ja. Das war vielleicht jetzt ein wenig zu dick aufgetragen.

Aber Sie wissen, worauf ich hinaus will. Für mich ist mein Computer nicht nur die Herberge meines Manuskripts, sondern auch der Hort meiner Gedanken, Recherchen, Materialien und Ideen zu einem Thema.
Warum gibt es also nicht eine Textverarbeitung, die einem ermöglicht all das, was sich projektbezogen auf der Festplatte des Computers befindet in einer Datei zu bündeln und miteinander sinnvoll zu verknüpfen?

Auftritt Scrivener.
Ich verdanke Virginia Heffernan den Hinweis auf dieses Programm.
Scrivener (dtsch: Berufsschreiber) macht nichts anderes, als dem Autoren das Schreiben zu erleichtern. Man schreibt, Kapitel für Kapitel. Man recherchiert und ordnet. Dann schreibt man wieder. Möchte man das eine mit dem Anderen verbinden, dann geht das ganz einfach.

Ein Beispiel:
In meinem neuen Thriller 'Das Herz' gibt es eine Szene im 'Warm Puppy Café' in Santa Rosa. Wenn ich nun den Tisch beschreiben möchte, an dem Charles M. Schulz immer saß, so kann ich diese Szene mit einem Link zu einer Quicktime-VR Datei versehen, die mir einen virtuellen Rundblick genau in dieses Café und diesem Platz ermöglicht. Ich kann auch ein Bild von Flickr einbinden, oder den Namen Charles M- Schulz mit einem YouTube Video über sein Leben koppeln.
Versuchen Sie DASS mal in Word.
Und das tollste: Er speichert alles Informationen in der Datei mit. Wechsle ich den Rechner und öffne die Datei von meinem USB-Stick oder meinem iPod sind ALLE Informationen wieder da.

»Hi, Süße.«
»Tach.«
»Lust auf einen Ritt in den Sonnenuntergang?«

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21. Dezember 2007

Unter die Haut (1) - Die Tastatur

Also gut.
Reden wir über Tastaturen.
Warum? Dazu komme ich gleich. Lassen Sie mich zunächst eine kleine Reise in meine schriftstellerische Vergangenheit machen:

Meine erste Begegnung mit einer mechanischen Tastatur hatte ich auf der
im Büro meines Vaters. Sie gehörte zu einer alten Triumph Adler Schreibmaschine.
Ein gusseisernes elektrisches Monstrum dessen Typenhebel aufs Papier einschlugen wie Boxer bei einem Weltmeisterschaftskampf.
Diese Tastatur gab einem zu verstehen, dass Schreiben wortwörtlich Arbeit bedeutete.
Meine literarischen Ambitionen waren jedoch nicht all zu stark ausgeprägt.
Ich war ja auch erst Sechs.

Die erste Tastatur auf der ich meine allerersten Kurzgeschichten verfasste war die meines C-64 Heimcomputers.
Über diese Tasten fanden die ersten mehr oder weniger gelungenen Geschichten über Vampire und Werwölfe ihren Weg aus meinen Gehirnwindungen auf wabbelige 5 1/4 Zoll Disketten.
Hier lernte ich, dass Schreiben nicht nur Arbeit sein musste. Der kleine grüne Cursor huschte über den Bildschirm und zauberte Worte hervor. Meine Worte. Meine Ängste.
Meine Monster.
Ein Mädchen aus meiner Klasse las meine Geschichten und hatte danach Angst für ihren Vater vor die Tür zu gehen um Zigaretten zu holen.
Kann man ein schöneres Kompliment als Autor bekommen?

Soviel zur Vergangenheit.
Jahrelang habe ich auf der Suche befunden. Nicht nur nach den richtigen Worten, oder den richtigen Geschichten, sondern auch nach der richtigen Tastatur.
Denn sie ist für mich die Schnittstelle zwischen meiner Phantasie, meinen Fingern und dem virtuellen Papier.
Ein gewichtiger Grund warum 'Die Haut' zum Großteil im Café Tucholsky und dem Regionalexpress entstand war die Tatsache, dass ich dort mit meinem iBook arbeiten konnte.
Das iBook hatte für mich fast die perfekte Tastatur. Kurzer Anschlag und ein leises unaufdringliches Tippgeräusch.
Zuhause habe ich natürlich auch geschrieben, aber es war nicht dasselbe. Mein Traum war es eine Tastatur zu finden, die mir die habtische Erfahrung eines iBook mit dem Komfort eines Desktop-Computer ermöglichte.

Auftritt Apple-Keyboard.
Die neue Tastatur des iMac spaltet die Gemüter. Viele finden sie zu flach, zu substanzlos.
Ich habe sie ausprobiert ? und es war ein Gefühl wie wenn man nach langer Zeit einen eingegipsten Arm wieder frei bewegen kann.
Gott, wie ich diese Tastatur liebe.
Sie macht meine Geschichten nicht besser, die Worte nicht gewichtiger, oder spannender.
Aber sie hilft mir meine Gedanken lockerer in die Welt zu entlassen.

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17. Dezember 2007

Unter die Haut

Und wieder ist es Nacht.
Ich hatte eigentlich vor einen Videopodcast mit dem Titel 'Unter die Haut' zu kreieren. Darin wollte ich in mehreren Episoden den Countdown zur Veröffentlichung von 'Die Haut'
begleiten. Doch dann fiel mir auf, dass man für einen Videopodcast neben einer Kamera und einem Computer etwas viel wichtigeres benötigt:
Zeit.
Und diese habe ich leider nicht. Sie ist mir in meinem täglichen Ringen um den Broterwerb abhanden gekommen.
Wie schon bei meinen Filmprojekten ist die Zeit derjenige Faktor der sie letztendlich Scheitern lässt. Um kreativ sein zu können, brauche ich Zeit. Um mir Zeit nehmen können brauche ich Geld. Doch um das Geld zu verdienen ? brauche ich ebenfalls Zeit.
Also habe ich beschlossen meine Projekte ein wenig zu reduzieren. Eine geschriebene Kolumne tut es schliesslich auch.

Auftritt: 'Unter die Haut'.
In dieser Kolumne möchte ich die verschiedenen Aspekte beleuchten die nötig sind ein Buch zu veröffentlichen. Dabei soll es um wichtige Dinge wie die richtige Tastatur zum schreiben, aber auch um so belanglose Dinge wie Ideen oder Recherche gehen.
Alrighty.
Los geht's.

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