Unter die Haut (2) - Die Textverarbeitung
Also gut.Reden wir über Textverarbeitung.
Boy oh, Boy. Textverarbeitung.
Das Wort allein lässt mich an einen Schlachthof und Hackfleisch denken. Und der größte Verarbeiter auf dem Gebiet des Textes ist natürlich Microsoft Word.
Hassen Sie nicht Word manchmal auch? Wie habe ich dieses Programm schon verflucht. Es lässt mich immer an Hesse denken:
»Jahrelang in gläubiger Priesterschaft
Lebte ich Dir, nannte Dich Herr und Gott [?]
Dennoch hast Du, der meinen Feinden schmeichelt,
Niemals mir einen einzigen Traum,
Eine einzige Bitte erfüllt!«
Word ist nicht für Autoren konstruiert worden, sondern für Erbsenzähler. Für verschüchterte Eierköpfe die die Kreativität hassen und diejenigen die diese besitzen noch abgrundtiefer hassen. Sie hassen diese Kreativen die versuchen aus einem Computer mehr herauszuholen als Berichte und Tabellen.
Sie hassen sie dafür, dass SIE letzten Endes das Mädchen kriegen und mit ihr in den Sonnenuntergang reiten.
Na ja. Das war vielleicht jetzt ein wenig zu dick aufgetragen.
Aber Sie wissen, worauf ich hinaus will. Für mich ist mein Computer nicht nur die Herberge meines Manuskripts, sondern auch der Hort meiner Gedanken, Recherchen, Materialien und Ideen zu einem Thema.
Warum gibt es also nicht eine Textverarbeitung, die einem ermöglicht all das, was sich projektbezogen auf der Festplatte des Computers befindet in einer Datei zu bündeln und miteinander sinnvoll zu verknüpfen?
Auftritt Scrivener.
Ich verdanke Virginia Heffernan den Hinweis auf dieses Programm.
Scrivener (dtsch: Berufsschreiber) macht nichts anderes, als dem Autoren das Schreiben zu erleichtern. Man schreibt, Kapitel für Kapitel. Man recherchiert und ordnet. Dann schreibt man wieder. Möchte man das eine mit dem Anderen verbinden, dann geht das ganz einfach.
Ein Beispiel:
In meinem neuen Thriller 'Das Herz' gibt es eine Szene im 'Warm Puppy Café' in Santa Rosa. Wenn ich nun den Tisch beschreiben möchte, an dem Charles M. Schulz immer saß, so kann ich diese Szene mit einem Link zu einer Quicktime-VR Datei versehen, die mir einen virtuellen Rundblick genau in dieses Café und diesem Platz ermöglicht. Ich kann auch ein Bild von Flickr einbinden, oder den Namen Charles M- Schulz mit einem YouTube Video über sein Leben koppeln.
Versuchen Sie DASS mal in Word.
Und das tollste: Er speichert alles Informationen in der Datei mit. Wechsle ich den Rechner und öffne die Datei von meinem USB-Stick oder meinem iPod sind ALLE Informationen wieder da.
»Hi, Süße.«
»Tach.«
»Lust auf einen Ritt in den Sonnenuntergang?«
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