
Also gut.
Reden wir über Tastaturen.
Warum? Dazu komme ich gleich. Lassen Sie mich zunächst eine kleine Reise in meine schriftstellerische Vergangenheit machen:
Meine erste Begegnung mit einer mechanischen Tastatur hatte ich auf der
im Büro meines Vaters. Sie gehörte zu einer alten Triumph Adler Schreibmaschine.
Ein gusseisernes elektrisches Monstrum dessen Typenhebel aufs Papier einschlugen wie Boxer bei einem Weltmeisterschaftskampf.
Diese Tastatur gab einem zu verstehen, dass Schreiben wortwörtlich Arbeit bedeutete.
Meine literarischen Ambitionen waren jedoch nicht all zu stark ausgeprägt.
Ich war ja auch erst Sechs.
Die erste Tastatur auf der ich meine allerersten Kurzgeschichten verfasste war die meines C-64 Heimcomputers.
Über diese Tasten fanden die ersten mehr oder weniger gelungenen Geschichten über Vampire und Werwölfe ihren Weg aus meinen Gehirnwindungen auf wabbelige 5 1/4 Zoll Disketten.
Hier lernte ich, dass Schreiben nicht nur Arbeit sein musste. Der kleine grüne Cursor huschte über den Bildschirm und zauberte Worte hervor. Meine Worte. Meine Ängste.
Meine Monster.
Ein Mädchen aus meiner Klasse las meine Geschichten und hatte danach Angst für ihren Vater vor die Tür zu gehen um Zigaretten zu holen.
Kann man ein schöneres Kompliment als Autor bekommen?
Soviel zur Vergangenheit.
Jahrelang habe ich auf der Suche befunden. Nicht nur nach den richtigen Worten, oder den richtigen Geschichten, sondern auch nach der richtigen Tastatur.
Denn sie ist für mich die Schnittstelle zwischen meiner Phantasie, meinen Fingern und dem virtuellen Papier.
Ein gewichtiger Grund warum 'Die Haut' zum Großteil im Café Tucholsky und dem Regionalexpress entstand war die Tatsache, dass ich dort mit meinem iBook arbeiten konnte.
Das iBook hatte für mich fast die perfekte Tastatur. Kurzer Anschlag und ein leises unaufdringliches Tippgeräusch.
Zuhause habe ich natürlich auch geschrieben, aber es war nicht dasselbe. Mein Traum war es eine Tastatur zu finden, die mir die habtische Erfahrung eines iBook mit dem Komfort eines Desktop-Computer ermöglichte.
Auftritt
Apple-Keyboard.
Die neue Tastatur des iMac spaltet die Gemüter. Viele finden sie zu flach, zu substanzlos.
Ich habe sie ausprobiert ? und es war ein Gefühl wie wenn man nach langer Zeit einen eingegipsten Arm wieder frei bewegen kann.
Gott, wie ich diese Tastatur liebe.
Sie macht meine Geschichten nicht besser, die Worte nicht gewichtiger, oder spannender.
Aber sie hilft mir meine Gedanken lockerer in die Welt zu entlassen.
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